Samstag, 9. April 2016
Meine Haare haben in diesen gut zwei Monaten in Kuba arg gelitten. Viel Sonne, Sand, Salzwasser und keine Pflegespülung machen sich bemerkbar. Darum gönne ich mir heute einen Besuch beim Coiffeur. Der soll mir mal richtig die Haare waschen und eine deftige Pflegekur draufhauen.
Ich wähle das „Estilo“ aus, ein schön eingerichteter Coiffeur-Salon in Habana Vieja, an der Calle Obispo.
Nach kurzer Wartezeit und einem Kaffee (kostet logischerweise extra) bin ich an der Reihe. Der rosa gekleidete Coiffeur spricht nicht mit mir. Er winkt mich einfach heran und zeigt auf den Stuhl vor dem Waschbecken. Dann biegt er meinen Kopf nach hinten, so dass er einigermassen bequem im Waschbecken liegt. Wie in der Schweiz. So weit so gut.
Dann höre ich nichts mehr vom Coiffeur. Keine Ahnung wohin der Coiffeur verschwunden ist, aber hinter mir ist er glaub nicht mehr. Kurz sitze ich etwas verloren und hilflos in meinem Stühlchen.
Nun denn. Ich kann nichts tun ausser warten. Nach rund fünf Minuten (vielleicht auch nur nach einer) kommt der Herr zurück und die „Kur“ beginnt. Der Anfang ist nicht ungewöhnlich. Haare nass machen und Shampoo auftragen. Doch dann beginnt die kubanische Wasch-Variante. Der Rosa-Mann rubbelt wie verrückt an meinem Kopf herum. „Mich laust der Affe“, kommt mir in den Sinn und ich muss mich echt konzentrieren, keinen Lachanfall zu kriegen. Ganz gelingt es mir nicht. So wurde mir der Kopf noch nie gewaschen – im wahrsten Sinne des Wortes. Was für eine Schrubbete! Und sprechen tut der Coiffeur immer noch nicht. Aber ich wüsste auch gar nicht, was ich sagen sollte. So lasse ich das Prozedere einfach über mich ergehen und freue mich intensiv auf meinen nächsten Coiffeur-Termin bei meiner Lieblings-Coiffeuse Eveline!
Wirklich gesünder und samtiger fühlt sich mein Haar übrigens nicht an. Aber immerhin bin ich um ein wirklich lustiges Erlebnis reicher.
Den Rest des Tages verbringe ich mit Souvenirs kaufen und Kleider ausprobieren.
Und natürlich mit Glacé essen – das ist Pflicht!