Sonntag, 10. April 2016

Kleiner Ausflug nach Remedios und zurück nach Havanna

Freitag, 8. April 2016

Wie gesagt, heute werde ich nicht viele Kilometer fahren. Das Nachbar-Städtchen Remedios sei jedoch eine Fahrt wert, sagt man mir. Und es ist tatsächlich wahr! Nach einigen Kilometern fahre ich in dieses herzige Städtli ein. Viel zu sehen gibt es nicht. Oder besser gesagt: Ich mag gar nicht so sehr suchen, wo es denn noch schön wäre. Das Zentrum ist sehr kolonial. Es hat zahlreiche Restaurants und so liegt es nahe, dass ich mich einfach setze, etwas trinke und ein bisschen herumschaue.
Das reicht mir für heute. Nach kurzer Zeit fahre ich zurück nach Caibarién, setze mich an den Malecón und geniesse die Sonne und die Ruhe.

Dann heisst es Abschied nehmen. Abschied von Caibarién, von „meinem“ Haus und von meinem „Leben auf dem Velo“. Denn heute fahre ich mit dem Bus zurück nach Havanna.
Das Ticket dazu habe ich gestern gekauft. Meinen Platz hab ich reserviert und ich habe auch ganz deutlich gesagt, dass ich mein Velo mitnehmen werde. Der Herr, der mir das Ticket verkauft hat, hat das auch so weiter gegeben.
Leider wissen der Chauffeur und sein Begleiter nichts von meinem Velo. Das ist nun doch wirklich etwas unglücklich. Etwas planlos stehen die zwei vor dem vollen Gepäck-Fach. Ich stehe mit meinem Velo daneben. Dann beginnen die beiden Herren wie auf Kommando zu telefonieren. Für sie ist klar: Da muss ein anderer Bus her. Also rufen sie jeden möglichen Kontakt an, der ihnen in den Sinn kommt. Für mich hingegen ist klar. Ich muss mit DIESEM Bus nach Havanna.
Nach gut fünfzehn Minuten Telefonieren ist das auch den Herren klar. Also machen wir uns gemeinsam ans Werk, die Koffer, Kinderwagen und Rucksäcke so lange hin und her zu schieben, bis auch mein Velo noch Platz hat. Natürlich alles schön unter den Augen der rund vierzig Touristen, die im Bus sitzen und auf eine Weiterfahrt nach Havanna warten. Fröhlich lächelnd steige ich in den Bus und grüsse die lieben Leute mit einem fröhlichen „buenas tardes“. Heute bringt mich nichts aus der Ruhe.
Auch nicht, dass ich nachts um zehn in Havanna ankomme, mitten im Zentrum aussteigen muss und dann mit vollbepacktem Velo ein Taxi suche, das mich zu einem anständigen Preis in die Vibora bringt. Denn obwohl ich mich in Havanna sicher und auch irgendwie zu Hause fühle, hab ich doch keine Lust, bei Dunkelheit und unberechenbarem Verkehr durch die Stadt zu kurven.
Heute ist einfach alles easy und leicht. Es ist ein schönes Gefühl, mich so gut auszukennen. Das merken wohl auch die Taxifahrer, die mir ein Taxi für einen Fantasie-Preis anbieten wollen. Heute macht mir niemand ein X für ein U vor.
Und so finde ich recht schnell ein Auto, in das mein Velo stehend reinpasst und das mich für einen (fast) kubanischen Preis bis zu meinem Haus fährt.
Einmal mehr:
Lovely!