Montag bis Freitag, 11. -15. April 2016
Ich kenne Baracoa als ruhigen Strand. Ein Strand, an dem man fast immer alleine ist. Das liegt wohl daran, dass ich bis jetzt nur im Dezember und im Februar in Baracoa war. Ist möglicherweise nicht sehr repräsentativ für ein ganzes Jahr...
Jetzt, im April, erwische ich genau die Woche für meinen Baracoa-Aufenthalt, in dem eine Woche Schulferien sind. Baracoa ist voll! Der Strand, den ich als ein- und erholsam kenne, ist voller Leben. Kinder tummeln sich im Wasser, spielen mit Surfbrettern und Schwimmringen. Aus einem herumliegenden Baumstamm haben sie ein Gigampfi gebaut und quietschen vor Vergnügen, wenn wieder eines der Kinder herunterfällt. Teenager rennen einander nach, wälzen sich im Sand, verbuddeln einander im Sand oder spielen Beachvolleyball. Erwachsene trinken Rum, Bier, Limonade, essen Tamales, Chicharitas, Pizzas. Von irgendwoher tönt laute Musik. Von Einsam keine Spur.
Mir gefällt es prima!
Übernachten tu ich in einem Hotel. Dank Beziehungen kriege ich das beste Zimmer, mit Balkon und Meerblick. Es hat zwei Schlafräume, ein Badezimmer und eine hübsche Ecke für mein Velo. Da es das grösste Zimmer des Hotels ist, kostet es auch doppelt soviel wie ein normales Zimmer: Sechs CUC pro Nacht... Dazu muss ich jedoch sagen, dass an der Decke so viel Schimmel ist, dass ich Angst habe, darunter zu schlafen. Zum Glück ist das andere Schlafzimmer in etwas besserer Kondition. Eigentlich sogar recht hübsch. Am Morgen hat es sogar fliessendes Wasser, selbstverständlich nur kaltes, aber immerhin. So ab 13.00 Uhr kommt dann kein Wasser mehr bis zum nächsten Morgen. Das ist für mich dann doch etwas gewöhnungbedürftig. Aber, Damen und Herren, der Mensch ist halt wirklich ein Gewohnheitstier. Man gewöhnt sich an alles.
Ganz unglücklich bin ich dann doch nicht, dass ich nach drei Nächten das Hotel verlassen muss, weil es ausgebucht ist. Ich finde ein hübsches Casa mit ebenfalls zwei Räumen, Küche, Badezimmer (agua fria y caliente 24 horas!) zu einem super Preis. Zwar nicht mit Meerblick, dafür mit einem ruhigen Balkönli ohne Disco nebenan. Es ist wunderschön!!
Die Tage verbringe ich mit Spazieren am Strand, Sitzen am Strand, Rum trinken am Strand, Pizza essen am Strand und tanzen auf dem Balkon.
Dank kubanischer Begleitung bade ich sogar „a lo cubano“ mit den Kleidern. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass sich ein Jeansjupe nicht wirklich zum Schwimmen eignet. Zum im Wasser stehen, Rum trinken und sich mit anderen Frauen über die Maniküre zu unterhalten jedoch schon.
Es ist wirklich ausgesprochen prächtig hier!